Kontakt
Telefonisch erreichen Sie uns werktäglich von 9.00 - 17.00 Uhr
unter der Telefonnummer:
+49 341 2 25 25 10
Download Prospekt (6,8MB)
Präsentationsfilm anschauen
Lichtdurchflutete Höfe, saubere Luft und viel Grün – mit diesem Ziel wurde die Wohnanlage Hildebrandstraße 39-45 erbaut, was im Auftrag der gemeinnützigen Bau- und Siedlungsaktiengesellschaft „Heimat“ Berlin- Zehlendorf geschah. Schon damals nahm der Komplex eine Vorreiterrolle ein. Denn während anderswo noch enge, stickige Wohnungen vorherrschten, wartete die Wohnanlage Hildebrandstraße mit großzügigen, modern ausgestatteten Räumen und ausgiebigen Freiflächen auf. Daher zog es besonders mittelständische Familien in die komfortable Wohnanlage.
Mit der Umsetzung der Wohnanlage wurde einer der bedeutendsten Leipziger Architekten beauftragt – Georg Wünschmann. Er hat den typischen Paradigmenwechsel nach dem Ersten Weltkrieg mitgemacht – vom Späthistorismus zur zeitgenössischen Moderne. Entsprechend entstand die Hildebrandstraße im damals innovativen Stil des Art Déco. So wurden die Gebäude des Komplexes in zeitgenössischen Quellen als „Musterbeispiele der neuen Art, man kann wohl sagen: des neuen Stils“, bezeichnet.
Nachdem das Vorhaben im Jahr 1926 beantragt wurde, begannen Anfang 1927 die ersten Baumaßnahmen an dem Projekt. Bereits Ende des Baujahres waren die Gebäude soweit fertig, dass die Schlussprüfung vorgenommen werden konnte. Am 1. April 1928 zogen dann die ersten Bewohner in die modernen Gebäude ein.
Der Komplex Hildebrandstraße besitzt eine kammförmige Struktur. So sind die vier Hauptgebäude parallel zueinander mit den Giebelseiten zur Straße angeordnet und werden durch mehrere, niedrige Bauten miteinander verbunden. Für den viergeschossigen Komplex wählte der Architekt Wünschmanns Gärten – Eine der ersten Art Déco-Anlagen in Deutschland 22 Georg Wünschmann eine äußerst originelle und für Leipzig einmalige Fassadengestaltung. Den vier nach Süden zum Park hin gerichteten Giebeln setzte er je einen abgetreppten, hochhausartigen Baukörper vor, der sich mit seinem roten Edelputz markant vom Grau der Wohnscheiben abhebt.
Durch diese Struktur ergeben sich drei Innenhöfe, die der Wohnanlage ein Stück gepflegter Natürlichkeit verleihen. Der mittlere von ihnen wurde ursprünglich als gartenartiger Schmuckhof verwendet. Dort luden Sitzbänke und eine Pergola zum gemütlichen Verweilen im schattigen Grün ein. In den äußeren beiden Höfen gab es genügend Raum für die Kleinen zum Spielen und Rumtollen. Dazu gehörte ein Spielplatz, auf dem sich die Kinder allein beschäftigen konnten. Zugleich dienten die Höfe als Trockenplätze und besaßen einen Geräteschuppen.
In den 1930ern war der Komplex Hildebrandstraße äußerst beliebt, da er einen für die Zeit ungewöhnlich hohen Lebensstandard aufwies. So enthielten die Quartiere bereits damals jeweils eine separate Küche, Wasseranschlüsse und Toiletten. Im Blockinneren legten die Bewohner kleine Gärten für Gemüse und Kräuter an, die sie für den eigenen Bedarf nutzten. Unweit von der Wohnanlage selbst lud ein Park zum Ausflug ins Grüne ein. Dort konnten die Bewohner auf langen Spazierwegen ein Stück unberührter Natur genießen.
Außerdem lieferten sechs kleine Läden, die sich direkt in der Wohnanlage befanden, alles, was zum täglichen Leben gebraucht wurde. Die Hildebrandstraße 39-45 war somit in vielerlei Hinsicht ein innovatives Wohnprojekt – sowohl was die Architektur als auch das Wohngefühl betraf.